Bauliche Beschreibung und Besonderheiten der Bernhardskirche

Die Bernhardskirche ist ein spätgotischer Neubau mit einer einheitlichen Konzeption. Errichtet wurde sie als Westturmanlage, in dieser Zeit durchaus charakteristisch. Die Bernhardskirche ist eine so genannte Saalkirche, weil sie nur ein Kirchenschiff hat.

Sie hat einen Polygonalen 5/8 Chor. Der Chor schließt in seinem Grundriss mit fünf Seiten eines Achtecks.

Der Innenraum des Chores wird nach oben durch ein Sternnetzgewölbe geschlossen, d.h. die Rippen laufen sternförmig aufeinander zu.

An den höchstgelegenen Kreuzungspunkten sind zwei figürliche Schlusssteine zu sehen: Östlich: Maria mit dem Kind in einer Vierpassrahmung. Westlich: Der heilige Bernhard mit Mönchsgewand mit Zepter und Buch in der Hand in einer Dreipassform.

Das Gewölbe lagert in den Ecken des Raumes auf einfachen runden Diensten.
Der Chor hat schon das figurierte spätgotische Gewölbe wie in einer Großkirche.
Man weiß nicht genau, ob nicht erst später der Chorraum seine jetzige Form erhalten hat. Die Unstimmigkeit im Zusammenbinden der Gewölberippen und Wandsäulen in den Ecken des Chorraumes an der Triumphbogenwand deutet darauf hin.

Der Chorraum ist großflächig durchfenstert, d.h. es sind keine Wandabschnitte dazwischen. Die Fenster selber haben Fischblasen und dreipaßige Abschlüsse der Lanzetten.

Das Kreuz im Chorraum ist schon sehr alt. Eine Stiftung aus dem Jahre 1692, eines Rohracker Bürgers, eines gewissen Michael Kaisers.

Zu beiden Seiten des Triumphbogens sehen wir die Apostel- und Weihekreuze.
Der Taufstein ist eine Bildhauerarbeit von Hans Dieter Bohnet, einem Künstler aus Stuttgart, der diesen in den 60erJahren entworfen und ausgeführt hat.

An der Südseite des Chors ist die Sakristei angebaut, die ebenfalls netzgewölbt ist. Die Rippen mit Birnstabprofil enden in den Raumecken mit vier Kopfkonsolen, die als Thema das Leben des Menschen umreißen. Abgebildet ist ein Kind, ein Erwachsener, ein alter Mann und schließlich der Tod. Das erinnert an die Endlichkeit des Menschen und an den Psalm: Herr lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen. Die Menschen früherer Generationen hatten den Tod viel früher vor Augen, denn die Lebenserwartung war kürzer. Diese Kopfkonsolen gibt es auch als Motiv in anderen Kirchen. Auch hier ist ein schöner Schlussstein, nämlich Christus als das Lamm Gottes.

Besonders alt sind vielleicht die Türbeschläge und das Sakramentshäuschen in der Sakristei.

Das Kirchenschiff hat eine flache Holzfederdecke. Vermutlich stammt sie noch aus der Erbauungszeit. Das Aussehen erinnert jedoch an die Täferdecken des 17. Jahrhunderts. Die Emporenbrüstung wurde im Jahr 1987 bei einer Renovierung an die Decke in Stil und Farbe angepasst, ebenso auch die Kanzel.
Der einzige Schmuck im Schiff sind die beiden Engel, die aber ursprünglich nicht an der Wand, sondern sicherlich einen Orgelprospekt geziert haben.

Über dem Südeingang befindet sich ein rundes Glasfenster, das den Heiligen Michael, den Drachentöter abbildet. Dieses Glasfenster wurde 1934 von dem Künstler Walter Kohler entworfen und von der Glaswerkstatt Saile ausgeführt.

Im Turmsaal, wenn man von einem solchen reden kann, hat derselbe Künstler und dieselbe Glaswerkstatt ein Kunstfenster mit biblischen Motiven entworfen und ausgeführt:

  • Die Salbung in Betanien
  • Der sinkende Petrus
  • Jesus und die Samariterin am Brunnen
  • Austreibung der Händler aus dem Tempel

 

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