Die Bernhardskirche

erbaut 1447

Blick vom Pfarrhaus

Die Bernhardskirche in Rohracker – Nachfolgebau einer kleinen Kapelle aus dem 14. Jahrhundert – wurde nach dem Mystiker und Zisterzienserabt Bernhard von Clairvaux (1090 bis 1153) benannt. Er ist in einem der Schlusssteine des Chorgewölbes abgebildet. Die Kirche wurde wohl gleich nach der Gemeindegründung 1447 erbaut. Bis dahin musste die Gemeinde zur Messfeier mühsam durch die Weinberge nach Wangen stiefeln, vor 1250 sogar zur Cannstatter Altenburgkirche.

1604 erhielt die Bernhardskirche ihre jetzige Glockenstube. 1692 stiftete Michael Kaiser das Altarkreuz, sieben Jahre später wurde die Kirche barock umgestaltet. 1742 kam die erste Orgel in das Gotteshaus. 1870 soll die Linde im Garten gepflanzt worden sein. In den 30er Jahren setzten die Nationalsozialisten nicht nur den örtlichen Vereinen hart zu (Arbeiterverein verboten, Turnhalle beschlagnahmt), sondern bedrängten auch treue Christen. 1966 wurde die Bernhardskirche grundlegend renoviert und der spätgotische Bestand gesichert.

„Kirche geöffnet“ – herzlich willkommen!

Wenn das Schild „Kirche geöffnet“ aufgestellt ist, besteht die Möglichkeit, in die Kirche zu gehen - in den Sommermonaten wird die Bernhardskirche in der Regel an Sonntagnachmittagen geöffnet sein.

„Kirche geöffnet“ – was früher nur bei katholischen Kirchen der Fall war, verbreitet sich in den letzten Jahren immer mehr auch in evangelischen Gemeinden. Zu Recht – auch wenn in unserem Verständnis eine Kirche kein „heiliger Raum“ ist, so hat sie doch eine besondere, eigene Atmosphäre. Wenn unsere Konfirmandinnen und Konfirmanden bei ihrer „Kirchenraumerkundung“ die Kirche betreten und nach ihren Gefühlen gefragt werden, dann kommen Empfindungen zur Sprache wie „ruhig werden“, „innerlich still werden“ , „sich geborgen fühlen“. Ich glaube, dass fast jeder ähnliches empfindet, wenn er oder sie einen Kirchenraum betritt.

Wunderbar, dass wir mit unseren Kirchen solche Orte haben – wir wollen einen kleinen Anfang machen, um sie Besucherinnen und Besuchern, Stille Suchenden und zufällig vorbeikommenden Wanderern oder Radfahrern auch außerhalb der Gottesdienste zugänglich zu machen. Unsere Mesnerin in Rohracker, Frau Katharina Armbruster, hat angeboten, in den Sommermonaten die Bernhardskirche an Sonntagnachmittagen zu öffnen, wenn immer das für sie und ihre Familie möglich ist. Das heißt: Wenn das Schild „Geöffnete Kirche“ aufgestellt ist, besteht die Möglichkeit, in die Kirche zu gehen. Es wird dort einen kleinen Tisch geben, auf dem verschiedene Texte zum Nachdenken, Beten und Meditieren ausliegen; außerdem ein „Anliegenbuch“ für Worte des Dankes, der Bitte oder Fürbitte. Vor dem kleinen Chor im hinteren Teil der Kirche werden die vier biblischen Geschichten ausliegen, die auf dem farbigen Fenster abgebildet sind; außerdem legen wir noch einige Informationen zur Geschichte unserer Kirche und ihren Besonderheiten aus.

Wir laden auch die „Einheimischen“ ein, dieses Angebot einer „stillen Zeit“ in unserer Kirche zu nutzen – einfach „mal so“ oder wenn Sie etwas in Ihren Gedanken oder in Ihrem Herzen haben, das sie gerne in der Stille durchdenken oder im Gebet vor Gott bringen wollen.

Und natürlich möchte ich beim Thema „Geöffnete Kirche“ auch an unsere Gottesdienste erinnern und zu ihnen einladen: an die „ganz normalen“ Gottesdienste am Sonntagmorgen in der Bernhardskirche und in der Regel alle zwei Wochen in der Frauenkopfkirche; an die Familiengottesdienste mit ihren kindgerechten Formen und Inhalten; an die Krabbelgottesdienste mit unseren „Jüngsten“ und an die meditativen, stimmungsvollen Taizegebete im Chorraum unserer Bernhardskirche in den Wochen vor Ostern und Weihnachten. Neue Ideen wie ein gelegentlicher „after-work“-Gottesdienst am Freitagabend könnten vielleicht noch dazukommen…

„Kirche geöffnet“ – herzlich willkommen!

Ihre Pfarrerin

Renate Kleinmann