Freundeskreis Flüchtlinge Rohracker-Frauenkopf

Liebe Leserinnen und Leser,
ein kurzer Rückblick auf die vergangen Monate: Am Ostersamstag bekamen alle Familien und deren Kinder ein Osternest vorbeigebracht. Darüber haben sich natürlich alle gefreut. Wegen Corona war nur ein Mini-Besuch mit Osternestübergabe in den Heimen und Wohnungen möglich. Aber dieser kurze Kontakt mit Maske machte den Familien doch eine große Freude. Bei denen, die nicht daheim waren, habe ich das Nest vor der Türe deponiert.
In Hedelfingen konnte ich eine liebe Frau für die Nachhilfe eines kleinen Erstklässlers gewinnen, aber kaum waren die ersten Besuche erfolgt, war die Freude dank Corona auch schon wieder vorbei. Die Schulen wurden geschlossen und die Helferin gehört zur Risikogruppe. Auch in Rohracker war es so. Die Nachhilfe konnte nur telefonisch stattfinden.
Deshalb habe ich mich entschlossen, das Thema WLAN in den Unterkünften anzugehen. Der Wunsch besteht schon seit langer Zeit. Die Stadt hat die Erlaubnis gegeben, aber die Freundeskreise müssen sich selber darum kümmern und finanzieren. Jetzt haben beide Unterkünfte WLAN, was das Leben der Schülerinnen und Schüler doch sehr erleichtern wird. Auch die Erwachsenen können nun vorläufig am Handy digital ihren Sprachkurs machen und die Kinder können nun z. T. die Aufgaben digital zugeschickt bekommen. Aber noch ist alles am Anfang. Wir haben engagierte Sozialarbeiterinnen, die dabei behilflich sein werden.
Die Kosten für Rohracker übernimmt unser Freundeskreis, die Kosten für Hedelfingen übernimmt der Freundeskreis Wangen-Hedelfingen-Obertürkheim. Beim Bezirksamt Hedelfingen haben wir um einen Zuschuss angefragt. Herr Freier, unser Bezirksvorsteher, hatte für unser Anliegen ein offenes Ohr und wollte den Bezirksbeirat informieren. In Heumaden ist auch schon WLAN in der Kirchheimer Straße eingerichtet und auch dort wurde es vom Bezirksamt unterstützt.
Zu Beginn der Corona-Krise waren von heute auf morgen zwei Familien in Quarantäne aus ihren Unterkünften in der Stadt nach Hedelfingen in ein separates Haus einquartiert worden. Schulkameraden der Kinder waren in den Osterferien beim Skifahren gewesen, deshalb mussten alle Kontaktpersonen samt ihren Familienangehörigen ihre Zimmer in der Unterkunft verlassen. Die Leute kamen unter Zeitdruck in eine relativ leere Küche und hatten nichts, womit sie hätten kochen können. Vor allem gab es keine Lebensmittel. Die Sozialarbeiterin fragte mich, ob ich etwas besorgen könnte. Dies war wirklich ein Großeinkauf für 17 Leute Essen für ca. 2 Wochen. Es durfte ja niemand mehr die Quarantäne verlassen und zum Einkaufen gehen. Aber auch das lief gut ab. Niemand war krank geworden und die Familien konnten in ihre normale Behausung zurück.
Unsere afghanische Familie hat im März noch ein Baby bekommen und wird uns Ende Juni wieder verlassen. Sie werden nach Stammheim ziehen. Die Mutter der Kinder hat massive Rückenprobleme und kann keine Treppen mehr steigen. Das ist der Grund für den erneuten Umzug. Für die Kinder bedeutet dies wieder ein Schulwechsel. Sie waren erst vor einem Jahr nach Rohracker gekommen.
Ein sehr netter Kameruner, der Automechaniker ist, sucht eine Arbeit, auch ehrenamtlich. Er lernt fleißig Deutsch und spricht fließend Englisch und Französisch.
Und immer noch suchen wir eine Wohnung für eine sehr sympatische syrische Großfamilie (drei Mädchen und 2 Buben). Der Vater arbeitet in Vollzeit. Das jüngste Kind ist 7 Jahre alt, das älteste ist 17 Jahre, Wenn Sie etwas von einer 4-Zimmer-Wohnung hören, die zu mieten ist, dann lassen Sie es mich bitte wissen.

Vielen Dank auch für Ihr Interesse.
Johanna Schnaithmann Tel. 0711/42 62 16

Freundeskreis Flüchtlinge Rohracker/Frauenkopf Wissenswertes

Liebe Leserinnen und Leser,
es gibt ein paar erfreuliche Nachrichten zu berichten:
N. aus Syrien, die ich im Oktober 2014 in der Hedelfinger Turnhalle kennengelernt habe, hat im Juli ihr Abitur im Elly-Heuss-Knapp Gymnasium erfolgreich bestanden. In den Ferien wird sie als Helferin beim Aktivspielplatz in Rohracker tätig sein und im September eine Ausbildung zur Pharmazeutischen
Assistentin beginnen und wenn möglich dann noch Pharmazie studieren.
M. aus Hedelfingen, der erst viel später mit seiner Mutter aus Syrien zu seinem Vater und Bruder nachreisen konnte, hat innerhalb kurzer Zeit Deutsch gelernt und den Realschulabschluss geschafft. Er arbeitet als Ferienhelfer in einem Waldheim und beginnt im September eine Ausbildung zum Mechatroniker.
S. aus dem Iran hat ihren B1 Deutschkurs bestanden, hat ein Praktikum im Diakonie-Klinikum gemacht und möchte baldmöglichst eine Ausbildung zur Krankenschwester beginnen. Voraussetzung ist jedoch der B2 Abschluss. Diesen wird sie nun beginnen.
Ihr Mann F. hilft, wie schon in den letzten Sommerferien, bei Akitanien mit.
Er hat das Kochen, zusammen mit einem bolivianischen FSJ, für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernommen.
Einem jungen Mann aus Eritrea, der in Hedelfingen in der Unterkunft wohnte, ist es gelungen, ein WG-Zimmer zu finden und er konnte ausziehen.
Frau B. aus Hedelfingen kann endlich einen Deutschkurs machen und hat Unterstützung durch eine Helferin vom Freundeskreis. Auch der kleine R. wird im neuen Schuljahr direkt in der Schule durch eine Helferin des Freundeskreises begleitende Hilfe bekommen.
Die junge A. aus Syrien in Rohracker hat jetzt schon ihr erstes Studienjahr zur Medizin-Technikerin an der Uni Tübingen und Uni Stuttgart hinter sich. Ihre Mutter macht an der Uni Stuttgart ihr Masterstudium im Ingenieurwesen und wird es bald abschließen können. Sie ist Mutter von fünf Kindern, die
erfolgreich weiterführende Schulen besuchen.
F. aus Syrien, der in Rohracker wohnt, ist ein sehr geschätzter Elektriker geworden. Seit einem Jahr arbeitet er in einer Firma in Plieningen und bekam einen Firmenwagen zur Verfügung gestellt. Er sucht eine 2- bis 3-Zimmer- Wohnung, damit seine Frau nachkommen kann.
Ein anderer Syrer, der in Rohracker wohnt, hat bereits seine Ausbildung zum Krankenpfleger im Robert-Bosch-Krankenhaus begonnen. Seine Frau hat ebenfalls vor, den B2 Abschluss zu machen, braucht aber Hilfe, weil sie ein kleines Baby zu versorgen hat. Die Unterstützung beim Deutschlernen sollte
deshalb bei ihr daheim stattfinden.
Frau J. aus Syrien, die mit ihren Kindern in Rohracker lebt, hat mit dem Führerschein angefangen.
Der 8-jährige Sohn von Frau H. aus Somalia wartet in Nairobi immer noch darauf, dass er zu seiner Mutter nach Deutschland kommen darf. Aber Corona hat auch da einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir hoffen, dass Mutter und Kind bald vereint sind.
Familie A. wohnt jetzt schon seit 2 Jahren vereint in Obertürkheim. A. arbeitet als Maler, ein Sohn kommt nun in die erste Klasse, der kleinere hat nach langer Wartezeit auch einen Kitaplatz bekommen, die Mutter kann jetzt auch ihre regulären Integrationskurse machen, da die Kinder nun versorgt sind. Herr A.
hat jetzt einen Antrag auf eine Niederlassungserlaubnis gestellt, da er ohne staatliche Unterstützung die Familie versorgt. Dazu wünschen wir viel Erfolg.
Diese kleinen Geschichten zeigen, wie mit Hilfe zur Selbsthilfe viel erreicht werden kann.
Wenn Sie den Freundeskreis finanziell unterstützen möchten, dann können Sie dies über das Konto der Evang. Kirchengemeinde Rohracker tun, Verwendungszweck:
Freundeskreis Flüchtlinge. Die Kontonummer finden Sie auf
dem Gemeindebrief und sie bekommen eine Spendenbescheinigung von der
Evang. Kirche.
Vielen Dank.
Johanna Schnaithmann

Freundeskreis Flüchtlinge Rohracker-Frauenkopf

In Rohracker-Frauenkopf gibt es bereits seit vielen Jahren einen "Freundeskreis Flüchtlinge". Insbesondere Frau Johanna Schnaithmann ist hier sehr aktiv.

Weitere Interessierte und Unterstützer/innen sind herzlich willkommen.

Frau Schnaithmann ist zu erreichen unter der Telefonnummer 0711-426216.