90 Jahre Kreuzkirche

Kreuzkirche-Bau

Kreuzkirche-Front

Nach 14 Monaten Bauzeit fand am 26. Oktober 1930 die feierliche Einweihung der „Neuen Kirche“ statt.

1789, 1827, 1842, 1867, 1889, 1903... Jahrzehnte lang wurden Lösungen für die Erweiterung der Alten Kirche gesucht, die schließlich zu einem Neubau an anderer Stelle führten.

1928 erwarb die Kirchengemeinde den Bauplatz an der heutigen Amstetter Straße von Privatier Bopp. Das Architekturbüro von Paul Trüdinger und Hans Volkart wurde beauftragt dort eine neue Kirche zu planen.

Inspiriert von der 1927 errichteten Weißenhofsiedlung am Killesberg, stellte Paul Trüdinger Ende Mai 1929 einen Entwurf vor, der aufgrund seiner für den Kirchenbau unkonventionellen aber wirtschaftlichen Stahlskelettbaukonstruktion mit Bimssteinausriegelung den vorgegebenen Kostenrahmen einhalten konnte.

Klar gegliedert, durch aufrecht und lagernd angeordnete Volumen, entstand mit diesem Kirchenbau ein Ortsbild prägendes Bauwerk, das mittels kubischem Glockenturm als weithin sichtbares Zeugnis für die Architektur der Neuen Sachlichkeit jener Zeit steht.

Eine etwas erhöhte, halbrunde „Apsis“, stützenfrei erstellte Seitenschiffe und die mittels farbigem Lichtband scheinbar schwebende Decke über dem Mittelschiff schaffen ein Raumgefüge, welches das historische Grundprinzip einer Basilika andeutet, dieses aber neuartig interpretiert.

Neben dem Kirchenraum liegt ein großzügiger Gemeindesaal. Er kann mittels Faltwand fast über die gesamte Raumlänge stützenfrei mit dem Kirchenraum verbunden werden und schafft eine flexible Raumnutzung für kirchliche und profane Veranstaltungen.

Durch schlicht vertäfelte Holzoberflächen stellt er seine Eigenständigkeit gegenüber den Strukturputz-Oberflächen des Kirchenraums dar.

Drei kleinere Gemeinderäume sind in den unteren drei Etagen des Glockenturms angeordnet. Über einen Nebeneingang auf der Nordseite wird eine funktionale Trennung zwischen Kirchen- und Gemeindebereich erreicht.

Oberflächen von Wänden und Decken sowie Ausstattung der Räume verzichten auf schmückendes Beiwerk und sind im Sinne der Neuen Sachlichkeit einfach, funktional gehalten.

Zum 50. Gründungsjubiläum 1979/1980 wurden weitreichende Restaurierungsarbeiten durchgeführt und die „Neue Kirche“ wurde in „Kreuzkirche“ umbenannt.

Seit dem 31.07.1980 steht die Kirche unter Denkmalschutz und ist als kulturgeschichtlich bedeutendes Kirchengebäude anerkannt.

2003 wurde die bauzeitliche Farbgebung der Außenfassade wiederhergestellt.

Somit erscheint die Kreuzkirche heute wieder weitestgehend in ihrer ursprünglichen Gestalt, als Gesamtkunstwerk im Sinne des Bauhausgedankens.

(Matthias Baisch)

Bilder: Kreuzkirche-Bau + Kreuzkirche-Front (Archivfotos Michael Wießmeyer)

Vesperkirche Stuttgart 2021 startet unter Corona-Bedingungen

Am 17. Januar 2021 startet die Vesperkirche Stuttgart unter dem Motto „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist“. Doch eines ist bereits jetzt schon klar: Die neue Vesperkirchen-Saison wird coronabedingt anders als gewohnt, denn die Pandemie zwingt uns alle zu einem Umdenken. Wir müssen flexibel bleiben bis Anfang Januar, weil niemand im Voraus sagen kann, wie die Situation sein wird“, rät Diakoniepfarrerin Gabriele Ehrmann.

Das haupt- und ehrenamtliche Vesperkirchen-Team konnte jedoch bereits zwischen Ostern und Pfingsten eine „Vesperkirche light“ erproben und sich so auf die veränderte Situation unter Einhaltung der Corona-Bestimmungen einstellen. „Nach aktuellem Planungsstand wollen wir trotz Corona-Pandemie zweigleisig fahren, d. h. eine warme Mahlzeit to go anbieten sowie den Kirchenraum für eine begrenzte Menge an Menschen öffnen“, so Ehrmann weiter.
Das „Mittagessen für unterwegs“ wird in gewohnter Weise vom Küchenteam des Rudolf-Sophien-Stiftes unter Leitung von Bernd Fischer gekocht, ohne Plastikverpackung ausgeliefert und über den Ausgabeschalter der Magdalenenkapelle der Leonhardskirche verteilt. Des Weiteren wäre das Hoffnungshaus als Ausgabeort beteiligt und auch St. Maria wäre wieder mit dem Lastenrad am Start, um das to go-Essen direkt zu den Obdachlosen zubringen.

„Den Kirchenraum hingegen würden wir für Kaffee, Tee, Wasser und Hefekranz für eine begrenzte Anzahl von Vesperkirchengästen - 60 an der Zahl nach heutigem Stand - in jeweils vier Schichten am Tag öffnen“. Hier gäbe es dann auch Zeit zum Gespräch und zur Beratung, ergänzt die Diakoniepfarrerin.

Mit einem Anmeldesystem an einem Ort vor der Leonhardskirche oder bei der Garage in der Pfarrstraße, wo sich das Diakoniepfarramt befindet, sollen gegebenenfalls Infektionsketten nachverfolgbar sein. Mit einer Art Ampelsystem würde dann der Einlass in die Leonhardskirche geregelt, denn zwischen den einzelnen Schichten muss zudem desinfiziert und gelüftet werden.

„Es wird – nach heutigem Stand - keine Ärzte, keine Frisöre und keine Fußpflege geben und auch keine Veranstaltungen. Wir werden das Konzertprogramm vermutlich nicht ganz streichen, aber reduzieren und die Dauer verkürzen. Gruppen werden nur eingeschränkt mitarbeiten und auch Besuchsgruppen können wir nicht empfangen“, bedauert Diakoniepfarrerin Gabriele Ehrmann die Gesamtsituation.

„Letztlich aber zählt doch, dass die Vesperkirche Stuttgart, wenn auch unter Corona-Bedingungen, stattfinden kann“, so Ehrmann hoffnungsvoll.

Doch Sie können etwas tun:

Die Vesperkirche Stuttgart finanziert sich ausschließlich aus Spenden. Jedes Jahr werden rund 350.000 Euro benötigt. Damit auch 2021 unter Corona-Bedingungen eine Vesperkirche stattfinden

Danke für Ihren freiwilligen Gemeindebeitrag 2020

Herzlichen Dank an alle, die über den freiwilligen Gemeindebeitrag ein Projekt unserer beiden Kirchengemeinden unterstützt haben. Folgende Beträge sind bisher zusammengekommen:

Sanierung Pavillon Rohracker: 2410,00 €

Frauenkopfkirche: 900,00 €

Allgemeine Gemeindearbeit Rohracker-Frauenkopf: 4865,00 €

Förderung der Kinder- und Jugendarbeit in Hedelfingen: 456,67 €

Orgel Kreuzkirche: 3091,67 €

Allgemeine Gemeindearbeit Hedelfingen: 1883,16 €

Besonders die Dacherneuerung des Pavillons sowie die Reparatur der Orgel in der Kreuzkirche waren in diesem Jahr kostenintensiv. Wer noch etwas beisteuern möchte, kann unter Angabe des Verwendungszwecks gerne die Kontoverbindung auf der letzten Seite nutzen.