Andacht Gemeindebrief Dezember20 / Januar21

Ich glaube, hilf meinem Unglauben!
(Markus 9, 24)

Wem können wir heute noch glauben? Welche Informationen sind vertrauenswürdig? Werden wir alle manipuliert? In Zeiten von Fake News und Verschwörungstheorien ist es nicht einfach, einen Überblick zu behalten und zu entscheiden, was stimmt und was nicht.

So geht es auch einem Vater, der seinen kranken Sohn zu Jesus bringt. Nachdem bereits die Jünger nichts ausrichten konnten, wendet er sich unsicher an Jesus. Dieser fordert ihn auf zu glauben.  Verzweifelt schreit der Vater: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben!“ (Markus 9,24)

Diese Jahreslosung hat uns seit Januar begleitet. Jetzt gehen wir auf Weihnachten zu. In einem unbedeutenden Dorf im fernen Israel wurde vor über 2.000 Jahren ein Kind geboren. Dass es den Menschen Jesus gab, ist historisch gut bezeugt. Aber stimmt es auch, was über ihn erzählt wird und was die Kirche „aus ihm gemacht hat“? Dass Gott selbst in ihm Mensch wurde. Dass er unser Retter ist. Dass er uns ewiges Leben schenken möchte.

An Weihnachten werden wir diese Botschaft wieder in den Kirchen hören. Oft ist das aber weit weg von unserer Lebenswirklichkeit. An irgendeine Macht oder Kraft zu glauben, die alles geschaffen hat, ist selbst für naturwissenschaftlich geprägte Menschen nicht abwegig. Aber ein Gott, der sich für jedes seiner Geschöpfe interessiert und eine persönliche Beziehung sucht, das klingt für viele unglaublich.

Ich kann es Ihnen nicht beweisen. Aber ich habe erlebt, dass dieser Gott existiert und mir in Jesus begegnet. Er liebt mich trotz und mit all meinen Ecken und Kanten. Er begleitet mich in meinem Leben und darüber hinaus. Wenn es mir mal wieder schwerfällt, all das zu glauben, darf ich wie der Vater des kranken Sohnes hoffnungsvoll zu ihm kommen und ihn bitten: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben.“

Ihr Vikar Stefan Mack

Danke Frau Kellner!

32 Jahre Dienst im Pfarr- und Gemeindebüro unserer Hedelfinger Kirchengemeinde, das allein schon nötigt Respekt ab angesichts der Veränderungen und Umbrüche, die in dieser Zeit zu bewältigen waren.

Ich selbst kenne Frau Kellner seit meiner Wahl in den Kirchengemeinderat vor sieben Jahren. Schnell habe ich damals bemerkt, wie viele freundschaftliche Verbindungen unsere Pfarramtssekretärin in der Gemeinde pflegte. Und es war klar: So etwas kommt nicht von ungefähr. Es braucht dazu eine besondere Begabung. Ein Zweites fiel mir auf: Frau Kellner und Herr Pfarrer Kautter, die beiden waren unverkennbar ein über viele Jahre eingespieltes Team – natürlich mit Eigenheiten, vielleicht auch Kanten, wie sie zum Glück zu jedem Gespann gehören, dabei aber höchst verlässlich, den Menschen und Dingen zugewandt und auf jeweils eigene Weise prägend. Fehlen werden uns beispielsweise Frau Kellners Sitzungsprotokolle mit ihrer souveränen Mischung aus Prägnanz und Ausführlichkeit dort, wo mehr Worte nötig waren. Und auch unseren Gemeindebriefen kam Frau Kellners Gefühl für Sprache und Layout sehr zugute.

Nach Pfarrer Kautters Weggang markiert Frau Kellners Wechsel in den Ruhestand vollends das Ende einer Ära in unserer Gemeinde. Umso mehr freuen wir uns, dass unsere verdiente Hedelfinger Sekretärin dem Gemeindeleben als ehrenamtliche Mitarbeiterin erhalten bleiben will. Das ist ein sehr schönes Zeichen der Verbundenheit über alle Zäsuren hinweg. Zumal sich gerade die Älteren in unserer Gemeinde sehr gut und gern an die Veranstaltungsreihe „Sonniger Herbst“ erinnern werden, die Frau Kellner über viele Jahre verantwortet und mit viel Zeit und Ideen bereichert hat. Vielleicht gelingt ihr ja noch so ein Wurf! Wir würden uns sehr freuen.

Für jetzt bleibt nur, Frau Kellner ganz herzlich Dank zu sagen für die langen Jahre ihres beruflichen Einsatzes in unserer Gemeinde und ihr viel Glück zu wünschen für den neuen Lebensabschnitt.

Die Verabschiedung von Frau Kellner findet im Gottesdienst am 2. Advent statt.

Harald Haury im Namen des Kirchengemeinderats, der Kirchengemeinde und unserer Pfarrerin Renate Kleinmann

Interview mit Frau Kellner

Liebe Frau Kellner,

seit knapp 32 Jahren sind Sie Pfarramtssekretärin unserer Ev. Kirchengemeinde Hedelfingen. Ende November gehen Sie in den wohlverdienten Ruhestand. Was gehört denn alles zu Ihren Aufgaben als Pfarramtssekretärin?

Es ist eine breit gefächerte und vielschichtige Arbeit, die die Berufsbezeichnung „Pfarramts-Sekretärin“ treffend zusammenfasst. Es sind einerseits übliche Sekretariatsaufgaben, wie z. B. Schriftverkehr, Pflegen von Adress- und Geburtstagslisten, Meldungen an die Presse, Dienst an Telefon und Haustür, um nur einige zu nennen. Hinzu kommen Aufgaben, die typisch für das Pfarramt sind, wie z. B. Formulare und Urkunden für Kasualien (Taufe, Konfirmation, Trauung) schreiben, Protokollführung in den Sitzungen des Kirchengemeinderats, Kirchenbuchführung, Arbeiten rund um den Gemeindebrief, Vorbereiten von Gemeindefesten und Sammlungen, Schaukastengestaltung. Aber das Wesentliche in diesem Beruf war nicht die Schreibtischarbeit, auch wenn sie die meiste Zeit in Anspruch nimmt, sondern es waren die Begegnungen und Gespräche mit den Menschen in Schlüsselmomenten ihres Lebens - von der Geburt bis zum Tod.

Neben dem Alltagsgeschäft gab es sicherlich einige Höhepunkte. Was fällt Ihnen als Erstes ein?

Da muss ich an die monatlichen Seniorennachmittage des „Freundeskreis Sonniger Herbst“ denken, die ein Schwerpunkt meiner Gemeindearbeit waren. Zusammen mit dem jeweiligen Pfarrer und einem Team haben wir den älteren Menschen mit einem abwechslungsreichen Programm und einer festlich geschmückten Tafel Freude bereitet.

Die kreative Gestaltung des Gemeindebriefs, die ich in den vergangenen 25 Jahren ziemlich selbständig erledigen durfte, war jedes Mal ein „Großprojekt“ mit viel Arbeit verbunden, aber sie hat mir sehr große Freude bereitet. Ich konnte es oft kaum erwarten, bis die neue Ausgabe geliefert wurde und ich „mein Baby“ in den Händen hielt.

Zu den Höhepunkten zählen auch die besonderen Gottesdienste, an denen ich in den 30 Jahren ehrenamtlich mitgewirkt habe:  der 14tägige Abendgottesdienst in der Alten Kirche, die Themengottesdienste, der Gottesdienst zur Fastenaktion und der Gottesdienst zum Weltgebetstag. Die intensive Vorbereitung dafür und der Austausch im Team und mit dem Pfarrer waren immer sehr bereichernd.

Auf was freuen Sie sich, wenn Sie auf die neu beginnende Lebensphase blicken?

Im Augenblick kann ich mir das Leben nach der Berufstätigkeit noch nicht so recht vorstellen. Aber ich freue mich natürlich darüber, dann mehr Zeit zu haben, um meine beiden Enkeltöchter, die mit ihrer Familie in Oberfranken wohnen, öfter zu besuchen.

Außerdem habe ich mir vor kurzem einen großen Traum erfüllt, den ich schon seit meiner Kindheit habe, und zwar, ein Instrument zu spielen. Ich habe mit Veeh-Harfen-Unterricht begonnen und kann nur sagen, dass das Musizieren eine Wohltat ist.

Was wird Ihnen am meisten fehlen?

Mir wird vieles fehlen, was mir dieser Beruf gegeben und bedeutet hat: dass ich hier meinen Platz und meine sinnvolle Lebensaufgabe gefunden habe, die vielen Begegnungen und Gespräche, alles, was damit zusammenhängt, dass ich als Pfarramtssekretärin sozusagen im sozialen und organisatorischen Schnittpunkt oder in der „Mitte“ des Gemeindelebens war. Und nicht zuletzt wird mir mein kleines, liebgewonnenes Bürozimmer fehlen, das mir im Laufe der Jahre zu einem zweiten Zuhause geworden ist.

Dank

Das, was mir fehlen wird, ist auch das, worauf ich dankbar zurückblicken kann: dass ich hier in Hedelfingen meinen Platz und meine sinnvolle Lebensaufgabe gefunden und durch sie viele liebe Menschen kennengelernt habe, dass tiefe, verlässliche Freundschaften gewachsen sind, dass ich durch diese Menschen in der Kirchengemeinde Heimat gefunden habe, dass meine Tochter hier geboren und getauft, meine Enkeltochter hier getauft und meine Mutter hier beerdigt wurde - dass ich also hier verwurzelt bin.

Erfreulicherweise bleiben Sie uns als Gemeindeglied und ehrenamtliche Mitarbeiterin erhalten. Was wünschen Sie Ihrer Gemeinde für die Zukunft?

Ich habe in meinen Antworten, die schwere Zeit der Pandemie, die wir jetzt erleben, nicht berücksichtigt, aber jetzt muss ich sie ansprechen. Ich wünsche meiner Gemeinde, die vor einschneidenden Veränderungen steht, im Besonderen, und uns allen Menschen weltweit, dass wir die Hoffnung und das Gott-Vertrauen nicht verlieren. Und aus den vielen Zusagen der Bibel habe ich folgenden Psalmvers ausgesucht:

Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen.

(Psalm 91,11)

Neue Pfarramtssekretärin in Hedelfingen

Wir freuen uns, in Frau Lydia Zborschil bereits eine neue Pfarramtssekretärin für Hedelfingen gefunden zu haben.
Sie wird im Gottesdienst am 2. Advent begrüßt werden und wird sich im nächsten Gemeindebrief vorstellen.

Dank an Frau Sofia Weber - 25 Jahre Mesner- und Hausmeisteramt

Kommt man zu einer Sitzung in den Saal der Kreuzkirche, dann sind im Sitzungsraum nicht nur zuverlässig Stühle und Tische aufgebaut und der Saal auch im Winter angenehm temperiert – sondern es gibt immer noch eine „Zugabe“: kleine Sträußchen auf den Tischen oder ein Blumenstrauß in der Mitte oder sonst eine liebevolle Dreingabe, die einem ins Auge springt und der Stimmung und Atmosphäre wohltut.

So versieht Sofia Weber ihr Amt, dass man merkt und spürt: sie ist mit Leib und Seele Hausmeisterin und Mesnerin in „ihren“ Kirchen. Auch nach 25 Jahren tut sie ihren Dienst mit großem Fleiß und Einsatz, überaus zuverlässig und im wahrsten Sinne des Wortes treu.

Schon der „normale“ Dienst ist anspruchsvoll mit zwei verschiedenen Kirchen und vielen unterschiedlichen Gottesdiensten, Kasualien und kirchenmusika-lischen Angeboten sowie einer großen Belegungsdichte der kirchlichen Räume. Dazu kamen und kommen immer wieder zusätzliche Aufgaben, kleinere und größere Renovierungen, Feste, Jubiläen, Aktionen oder jetzt die Corona-Krise mit ihren besonderen Anforderungen und noch mehr „Extra-Gottesdiensten“.  Wir sind sehr dankbar, dass Frau Weber sich mit ihrer zupackenden und tatkräftigen Art diesen vielen Aufgaben stellt und immer wieder mit Mut anpackt. Ich danke ihr im Namen des Kirchengemeinderats und der Kirchengemeinde ganz herzlich für all ihren Einsatz in diesen 25 Jahren! Darüber hinaus danken wir auch ihrem Mann Michael Weber, der „im Hintergrund“ oder auch in Garten und Vorplatz ebenso tatkräftig mit anpackt!

Pfarrerin Renate Kleinmann, auch im Namen von Dr. Harald Haury, des Kirchengemeinderats und der ganzen Kirchengemeinde

Bericht über die Church Night 2020

31.10.2020 Church Night

Seit mehreren Jahren feiern wir in Rohracker am Abend des Reformationstages, immer am 31.10. einen besonderen Gottesdienst, die Church Night, der von ehrenamtlichen Jugendlichen und Erwachsenen vorbereitet wird.
Lange Zeit wussten wir nicht, ob dieser Gottesdienst dieses Jahr überhaupt stattfinden kann. Wir haben viel darüber nachgedacht, wie in Corona-Zeiten ein solches Event sicher realisierbar ist.
Am Ende konnten wir einen geeigneten Rahmen finden.

Der Gottesdienst stand unter dem Titel „Hoffnungsschimmer“, um uns zu zeigen, dass wir auch in dunklen Zeiten immer wieder kleine Zeichen der Hoffnung finden können, die uns nicht in Sorge und Angst versinken lassen.
Die Gemeinde hat sich im Dunkeln im Garten der Bernhardskirche versammelt.
Anstelle einer Predigt konnten die Gottesdienstbesucher*innen nach eigenem Interesse verschiedene Stationen besuchen, verteilt auf die Bernhardskirche, und den Pavillon.

In der Bernhardskirche gab es eine Vorführung eines Schwarzlicht-Theaterstücks, das die Themen Tod, Auferstehung, Trost und Hoffnung vereinte, mit interessanten Lichteffekten.
Im Saal der Kirche wurden Fürbitten und leuchtenden Sterne kreativ gestaltet.
Am Aufgang zur Empore gab es eine Vorlesestation mit hoffnungsvollen Bibeltexten.
Vor dem Pavillon konnten sich die Besucher in einem Kerzen-Labyrinth auf den Weg machen, um die Mitte zu finden.
Im Pavillon begaben sich die Besucher auf eine abenteuerliche Suche nach Hoffnungszeichen im Dunkeln.
Die vielfältigen Angebote wurden von den ca. 70 Besucher*innen gut angenommen.
Nach diesen Aktionen berichtete Herr Bahret vom Arbeitskreis Leben, der Menschen in persönlichen Krisen unterstützt. Die Aufgaben dieses Arbeitskreises werden durch die Hälfte des Gottesdienstopfers unterstützt.

Der Segen am Abschluss wurde noch einmal sehr eindrücklich. Jeder Gottesdienstteilnehmer hatte eine Kerze bekommen und gab den Segen mit dem Entzünden dieser Kerzen an die nächst Stehenden weiter. Am Ende war es im Kirchgarten trotz aller Dunkelheit um uns herum hell und warm.

Die Band CNB (Church Night Band) hat den Gottesdienst mit passenden Liedern, guter Musik und einigen Church Night-Klassikern mitgestaltet und einen wichtigen, stimmungsvollen Teil  zum Gelingen beigetragen.
So wurde diese Veranstaltung für alle Teilnehmer und Akteure zu einem besonderen Ereignis in einer dunklen Zeit.
Wir danken allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und allen unsichtbaren Helfer*innen im Hintergrund für ihren Einsatz und ihre Kreativität.

Das Church Night Team